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Pressestimmen
Opernwerkstatt: Gelungene Kinderversion von Offenbachs Werk
Das junge Publikum war 70 Minuten lang völlig gebannt.
Siegen, 19.03.2009
Ein kleiner Exkurs zur Erläuterung der Begrifflichkeiten: Eine Muse reist mit dem Südwind, verschwindet mit dem Nordwind, wird nur von Kindern gesehen und kann außerdem die Zeit anhalten und Walzer tanzen. Eine solche Muse hat das Hoffmännchen, und da hat er auch wirklich Glück gehabt, denn die Muse begleitet ihn, ist stets um ihn und holt ihn auch aus dem Sumpf, wenn er mal wieder richtig Mist gebaut hat. Gestärkt mit Capri-Sonne, die die Muse vor Vorstellungsbeginn verteilte, genossen die Kinder im Apollo-Theater die Inszenierung Hoffmännchen, eine Adaption der Operette „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach der Opernwerkstatt am Rhein. Warum sich die Opernmacher auf anderen Wegen gerade diesen, stellenweise recht bizarren und für Kinder vielleicht sogar beängstigend wirkenden Stoff für eine nachwuchsgerechte Form des Musikspiels ausgesucht haben, ist erklärbar mit den zauberhaften, packenden Melodien und der Fähigkeit gerade der Kinder, nachvollziehen zu können, wieso sich jemand in eine Spielzeugpuppe verliebt oder sich sein eigenes Spiegelbild abschwatzen lässt.
Der Opernwerkstatt gelang es offenbar recht gut, die Kurve in die Kinderwelt zu kriegen, indem sie die groben Züge der Handlung bestehen ließ, einige Charaktere der Handlung deutlich zurückstellte, andere wiederum in den Vordergrund rückte und die Erklärungen für die rauen Realitäten der Erwachsenenwelt auf kunstvolle und einfühlsame Weise entschärfte, wodurch sie aber nicht weniger verständlich oder nachvollziehbar wurden. Die Geschichte wurde auf etwa 70 Minuten gestrafft, ohne Pause erzählt, und das Ganze war dann im Resultat offenbar so spannend für die überwiegend kleinen Besucher, dass man stellenweise eine Stecknadel hätte fallen hören können, hätten die Akteure auf der Bühne nicht so toll und laut gesungen – und das sogar an einer Stelle mit den Kindern zusammen, denn erst durch das gemeinschaftliche hohe C gelang es am Ende, den guten alten Hoffmann aus seinem Spiegelbildgefängnis zu befreien.
Auch die gemeinsame Polonäse mit den Kinder zwischendurch war ein gelungener Einfall, der ankam bei den Kleinen. Pablo Bottinelli als etwas gutgläubiger, wankelmütiger, aber vor Ideen sprühender Hoffmann, die zarte, gute Muse alias Dominique Aline Bilitza und schließlich Elena Puszta in der Rolle der drei weiblichen Szenen-Schlüsselfiguren Olympia, Antonia und Giulietta sowie Peter Schoenaker wahlweise als Lindorf, Doktor Mirakel, Coppelius und Dapertutto lieferten allesamt starke sängerische Leistungen ab und konnten die Handlung der Oper in den hinreißenden Kostümen von Kati Kolb dank der einfühlsamen Inszenierung von Sascha von Donat sehr geschickt ans Kind bringen. Die musikalische Leitung oblag Sergey Korolev, der das Geschehen am Piano als Ein-Mann-Orchester begleitete.
Quelle: Siegener Zeitung - Kultur (sib) , Vorländer & Rothmaler GmbH & Co. KG, Siegen
Papageno Ephraimssohn Langstrumpf
Die Kleine Zauberflöte im Dorothea Tanning Saal in Brühl
Brühl - 10.12.2008
Dicht gedrängt warten große wie kleine Zuschauer auf Einlass in den Dorothea Tanning Saal in Brühl. Aber schon vorher werden beide getrennt. „Die Erwachsenen setzen sich bitte nach außen, damit auch die Kinder in der letzten Reihe was sehen können!“ ruft die Dame am Einlass. Und es wäre auch außerordentlich schade gewesen, hätte auch nur ein Besucher der kleinen Zauberflöte ein Fitzelchen verpasst! „Die Geschichte der Zauberflöte wird frisch, farbenfroh und kindgerecht präsentiert: Gerade auch Kinder, die zum ersten Mal eine Oper sehen, werden hier mit unglaublicher Leichtigkeit an das Genre herangeführt.“ So steht es in der Infobroschüre der Opernwerkstatt am Rhein und das ist schon fasst untertrieben! Was hier geboten wurde war wirklich außergewöhnlich! Mit minimalistischen Mitteln wird Mozart zu einem Erlebnis für groß und klein. Ein Ensemble aus gerade mal 11 Personen inklusive Darstellern, Kostüm, Bühne, Musik und Regie, schafft es von der ersten Minute an sein Publikum zu fesseln.
Zwei Tage (5.-6.12.08) präsentierte uns Regisseur Sascha von Donat seine überarbeitete Version der Zauberflöte mit Pablo Bottinelli als Prinz Tamino. „Mit Pfefferminz ist er mein Prinz“ singt Mauricio Virgens, der sich selbst vorher als „Papageno, Ephraimssohn Langstrumpf“ vorgestellt hat, um dann den Vogelfänger anzustimmen, das wohl bekannteste Lied der Oper.
Nach nur fünf Minuten suchen die Königin der Nacht (Julika Birke), Papagena (Elena Puszta) und Pamina (Valèrie Vervoort-Lawson), Jungdarsteller aus den Reihen der Kinder aus, die später tatkräftig in dem Stück mitwirken dürfen. Oper zu Mitmachen das kommt gut an! Das Orchester wird durch Seung-Hye Woo ersetzt, die nicht nur die musikalische Leitung inne hat, sondern auch die ganze Vorstellung am Flügel begleitet. „Unser Ziel ist es, dass Oper unserer und künftigen Zuschauergenerationen wieder Spaß macht und zu einem unvergesslichen Erlebnis wird,“ sagen die Künstler.
Dieses Ziel wurde in vollem Umfang erreicht!
Die Opernwerkstatt am Rhein ist ein gemeinnütziger Verein, der sich auf Kinderopern und musikalisches Kabarett spezialisiert hat. Weitere Informationen unter: www.opernwerkstatt-am-rhein.de - www.die-kleine-zauberflöte.de
Ein Lob auch an die Veranstalter, die auch mit den anderen „Hits für Kids“ Großes für unsere Kleinen nach Brühl geholt haben! Weiter so!
Quelle: Onlinezeitung Rhein u. Erft , Fa. Thiel, Pulheim
Mozart im Mix: 22 Opern zum Abendessen
Publikum in der Neuen Schulenburg von der Dinner-Show begeistert
Von Svenja Hanusch
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Hattingen, 24.11.2008
Manche mögen's Mozart - und Opernstars hautnah: Die Gäste ließen sich Musik und Menü schmecken. Foto: Hanusch Im Barock-Saal der Neuen Schulenburg klappert Geschirr. 60 Gäste lassen sich drei Gänge schmecken, genießen die Pausen: Das Ensemble der Opernwerkstatt am Rhein präsentiert eine Mischung aus Kabarett, Oper und Improvisationstheater. Das Kulturbüro veranstaltet eine Dinnershow. Die hat's in sich: 22 Mozart-Opern in 90 Minuten.
Die Opernstars Sandra und Sabrina Bravissima werden mit Tenor Thomas Ton nach einer ausschweifenden Premierenfeier vom Orchester sitzen gelassen. Um die Zeche zu zahlen singen sie sich beim "Cheffe" frei. Eine Oper reicht bei der horrenden Rechnung nicht: Es müssen alle sein.
Sopranistin Anna Reker alias Sabrina Bravissima singt die erste Arie des Stückes "Dal tuo gentil sembiante" aus "Ascanio in Alba". Sandra Bravissima, dargestellt von Sopranistin Meike Albers, findet sich auch in fachfremden Stücken wie "Non so piu" (Le nozze di fiagaro) zurecht, verkleidet als Charlie Chaplin.
Pablo Bottinelli, der den Thomas Ton gibt, bewältigt schwierigste Tenorarien: In "Se di lauri" aus der Oper Mitridate singt er das hohe C so oft, als bekäme er dafür ein Preisgeld. Bariton Peter Schoenaker karikiert als Kellner Luigi eine Operndiva im Stück "Ich bin die erste Sängerin" (Der Schauspieldirektor).
Oliver Aigner alias Cheffe zeigt im letzten Akt, was in ihm steckt: Die bekannte Arie "In diesen heil'gen Hallen" (Die Zauberflöte) meistert der Bass ohne Probleme.
Höhepunkt des musikalischen Programms ist ein Medley: 25 Minuten lang singen die Protagonisten die erfundene Oper "Die Entführung aus der Zauberflöte im Serail", in der die Mozartopern "Die Zauberflöte", "Die Entführung aus dem Serail" und "Zaide" zusammengefügt wurden. Begleitet werden sie von Pianistin Olga Andryushchenko.
Brigitte und Heinz Schwalm sind so begeistert wie Christa und Reinhard Kaiser: "So gute Stimmen, ohne Verstärker, das ist sehr gut", urteilen sie. Nicht nur die Akustik stimmt, auch das Essen. Rindercarpaccio, Schweinemedaillons und Dessert schmecken den Gästen. Weiße Stuhlhussen, Mozartkugeln und Kerzenleuchter runden das Ambiente ab.
"Wir wollten etwas Besonderes zum Jahresabschluss", sagt Axel Schuldes vom Kulturbüro. "Statt in die Oper zu fahren, haben wir sie nach Hattingen geholt." Regisseurin Tracy E. Lord und Opernleiter Sascha von Donat werden wie die Protagonisten gefeiert. Publikum wurde einbezogen. Wie Folkert Schröder, den die Bravissima-Schwestern mit Wasserflaschen erschlagen. Opern-Stars hautnah gibt's nicht alle Tage.
Quelle: Der Westen, WAZ NewMedia Essen
Direkte Mahnung an verhangenen Himmel
Gesangssolisten mit "Weht leise, ihr Winde" beim Gala-Opern-Abend während des Parkfests in Bad Salzhausen
Mauricio Virgens (Bariton), Julia Birke (Sopran), Katja Ladentin (Mezzosopran) und Pablo Bottinelli (Tenor) erwiesen sich als gut ausgebildete Gesangssolisten.
Bad Salzhausen (em). -
21.07.2008
Offensichtlich hatte Heidelore Ocken-Wilisch vom Kulturmanagement der Stadt das Parkfest-Motto "1824 - Alles Geschichte. Sinnliche Romantik bis heute" sehr ernst genommen. Sie kam in einem goldenen, rüschenbesetzten Kleid mit weitem fallenden Rock auf die Bühne an der Trinkkurhalle. So stilecht begrüßte sie die Besucher der abendlichen Opern-Gala, darunter Erster Stadtrat Reimund Becker, ebenfalls "standesgemäß" im Gehrock und mit Dreispitz, im Arm seine Frau Petra mit Schutenhut und Schleppenkleid. Die Besucher hatten ihre Freude an dem Biedermeier-Paar und waren ohnehin schon auf den Ausflug in eine andere Epoche eingestimmt. Wie verzaubert im Schimmer vieler weißer Lampions lag der Weg von der Kurallee bis zur Trinkkurhalle, durch die Äste der alten Kastanie zogen sich bunte Lichterketten. So war alles auf einen romantischen Abend im Biedermeier eingestimmt. Nur die laue, blaue, mondbeglänzte Sommernacht fehlte. Stattdessen Nieselregen und kühler Wind - das mag viele abgehalten haben, zu kommen. Bedauerlich, denn Heidelore Ocken-Wilisch und ihre Helfer aus der Stadtverwaltung und der Kur- und Touristik-Info hatten alles getan, um dem Parkfest ein stimmungsvolles Ambiente zu geben.
Schade auch, weil sich viele an dem Programm gefreut hätten. Gekommen waren vier Mitglieder der "Opernwerkstatt am Rhein", die es sich zum Ziel gesetzt hat, Oper auf anderen Wegen zu präsentieren, an ungewöhnlichen Orten zu spielen, neue Zuschauer zu gewinnen und ein Forum für Nachwuchstalente zu sein.
Die vier Akteure erwiesen sich als gut ausgebildete Gesangssolisten mit ansprechender Ausstrahlung. Die Sopranistin Julia Birke ist Dozentin an einer Theaterschule und Ensemblemitglied der Jungen Kammeroper Köln. Die Mezzosopranistin Katja Ladentin studierte an der Berliner Musikhochschule und ist jetzt am Mainzer Staatstheater. Der Tenor Pablo Bottinelli absolviert sein Studium an der Folkwanghochschule und ist Konzertsänger. Noch beeindruckender zeigte sich der Bariton Mauricio Virgens, Preisträger der International Singing Competition, der im März 2008 in der Carnegie-Hall auftrat. Nicht vergessen werden darf der Pianist Sergej Korolev, Preisträger etlicher internationaler Wettbewerbe.
"Weht leise, ihr Winde" - das Terzett aus "Cosi fan tutte", gesungen von Julia Birke, Katja Ladentin und Maricio Virgens, erwies sich wie eine direkte Mahnung an den verhangenen Himmel. "Ob blond, ob braun - ich liebe alle Fraun": Die Filmmusik von Robert Stolz war eine reizvolle Vorlage für Bottinelli. Ein Publikumsliebling folgte dem andern - das Torerolied aus Bizets "Carmen" gab Virgens Gelegenheit, stimmliche Strahlkraft zu zeigen und mit Schulterwurf und großer Pose die iberische Variante eines selbstverliebten Mannes darzustellen.
Reizvolle Kontraste Ein Bravourstück folgte: Julia Birke sang die Arie "Je veux vivre" aus Gounods "Romeo et Juliette". Mit seinem Tonumfang und den reichen Koloraturen ist dieses Werk eine Herausforderung für die Sopranstimme, doch Birke brachte nicht nur die Höhen mit präziser und weicher Intonation. Sie verkörperte überzeugend die junge Frau in ihrer atemlosen Verliebtheit. Weicher, träumerischer, sehnsüchtiger folgte "Somewhere" aus Bernsteins "West Side Story", gesungen von Katja Ladentin. Und dann wieder ein Stimmungswechsel: Mauricio Virgen als der kalte Verführer, Julia Birke als hin und her gerissenes Bauernmädchen Zerline in Mozarts Arie "Reich mir die Hand, mein Leben" aus "Don Giovanni". Eine weitere gesangstechnische Herausforderung folgte: Rossinis konzertantes "Katzenduett" mit seinen raschen Rhythmen und Verzierungen, seinen Gefühlsumschwüngen, gesungen von Tenor und Mezzosopranistin.
Reizvolle Kontraste und beliebte Kompositionen prägten auch den zweiten Programmteil. Zwei verhaltene, ja melancholische Liebesliederwalzer von Johannes Brahms wurden als Duette vorgetragen, gefolgt von einem Gefühlsbad der beiden Frauenstimmen, der Barcarole aus "Hoffmanns Erzählungen". Die Bühne war dabei in blaues Licht getaucht. Die beiden Sänger fanden sich in der Arie "Au fond du temple saint" aus Bizets "Perlenfischer" mit ihren dramatischen Stimmungswechseln. Dann wieder Julia Birke mit einer hinreißenden Interpretation von "I could have danced tonight" aus "My fair lady" und Katja Ladentin mit der leidenschaftlich gesungenen Lehar-Arie "Meine Lippen, sie küssen so heiß", ehe die Sopranistin und der Bariton mit den beschwingten Walzerstimmen der Arie "Lippen schweigen" aus Lehars "Lustiger Witwe" den Schlusspunkt setzten.
Quelle: Kreis-Anzeiger,
Verlag Wetterau und Vogelsberg GmbH
Nidda-Borsdorf
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